Frauen der Welt erheben ihre Stimme!

Veröffentlicht: Mittwoch, 16. März 2016

Unter diesem Motto führte Mülheim steht AUF zusammen mit dem Frauenverband Courage, Love from Africa e.V., MLPD und Linkspartei eine kämpferische Straßenaktion zum internationalen Frauentag durch. „Soviel Frauenpower war hier auf dem Platz ja noch nie!“ So das Resümee eines teilnehmenden Mannes nach der gelungenen Aktion.

Ca. 60 ständige Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Kreis stehend waren ein Magnet für vielen Passanten, immer wieder zu verweilen und den vielen interessanten, spannenden und vielfältigen Beiträgen zuzuhören. Eine Studentin und Feministin der Universität Essen-Duisburg, die ihre Bachelorarbeit über das Leben der Bäuerinnen in Südafrika schreibt, eröffnete die Diskussion mit einem engagierten Beitrag über die notwendige Befreiung der Frau. Fememorde, Blutrache und Zwangsheirat wurden in weiteren Redebeiträgen angeprangert. So mussten in der Türkei im letzten Jahr mehrere hundert Frauen ihr Leben lassen, weil sie sich den vergangenen Moralvorstellungen widersetzt hatten. Eine Couragefrau warb für einen starken überparteilichen Frauenverband und stellte sich als Teilnehmerin der 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen in Nepal vor. Wir sind schon gespannt auf ihren Bericht am 26. April in der Mülheimer Volkshochschule.

Eine junge Studentin kongolesischer Herkunft stellte sich mitten in den Kreis der Zuschauer und trug ihr berührendes selbstverfasstes Gedicht vor, das eindringlich schilderte, wie junge Männer in Afrika von terroristischen faschistischen Banden in den Krieg gezwungen werden und ihr Leben verlieren. Während eine Vertreterin der Linken sprach, verteilten die Linken Männer rote Nelken. Die frauenpolitische Sprecherin der MLPD schlug den Bogen zur tatsächlichen Befreiung der Frau im echten Sozialismus. Es wurde die Streitschrift „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau“ beworben. Das offene Mikrofon war umlagert und wurde nach einer Stunde mit weiteren Beiträgen von Passantinnen beendet: sie kritisierten, dass die Frauenbeauftragte in Mülheim nicht mal auf eine Mail der Gruppe One Billion Rising reagierte, als sie ihr Engagement für den 8.3. anbot, wo in Mülheim das Frauenhaus von Schließung bedroht ist, weil die Gelder zusammengestrichen werden. Geld für den weiteren Ausbau des Prestigeprojekt Ruhrbania ist aber immer vorhanden. Eine Frau wünschte sich nicht nur die ökonomische Befreiung, sondern eine freie wirklich gleichberechtigte Gesellschaft. Eine andere Frau berichtete stolz, wie sie sich im Beruf einer Männerdomäne behauptete und kritisierte das abgehobene Leben der Bundeskanzlerin von den einfachen Menschen. „Da kann man noch so viele Emails schreiben. Ich möchte mal gerne an sie herankommen.“ Ein weiterer Beitrag kritisierte die Zusammenarbeit von Angela Merkel mit der türkischen faschistoiden Regierung.

Mit einer Spendensammlung als Beitrag zur Finanzierung der Weltfrauenkonferenz, den Liedern „Brot und Rosen“ und „Kobanê, Kobanê“ sowie Kaffee und Kuchen wurde die erfolgreiche Straßenaktion abgerundet.