Mülheimer Montagsdemo unterstützt Petition: „Öffnet die Grenze – Kobanê muss leben“

Veröffentlicht: Samstag, 06. Juni 2015

Die Stadt Kobanê in Rojava/Norden Syriens befreite sich Ende Januar 2015 und drängte die faschistischen Terrortruppen des Islamischen Staats (IS) zurück. Die Montagsdemos in ganz Deutschland haben den mutigen und heldenhaften Widerstand der Volksbefreiungseinheiten und der Bevölkerung in Kobanê und Rojava von Anfang an unterstützt, Anteil am Schicksal der Menschen genommen, die Bevölkerung in Deutschland aufgeklärt, die Solidarität organisiert und gemeinsam den Sieg der Befreiung Kobanês auf unseren Kundgebungen gefeiert. So auch in Mülheim zusammen mit vielen Freundinnen und Freunden aus der Türkei und Kurdistan.

Kobanê zu 80 Prozent zerstört

Unsere Unterstützung und Solidarität wird weiter gebraucht. Denn jetzt steht die Bevölkerung von Kobanê vor der großen Aufgabe, die Stadt, die zu 80% zerstört ist, wieder aufzubauen. Häuser, Krankenhäuser und Schulen, die Strom- und Wasserversorgung müssen neu aufgebaut werden. Doch der Wiederaufbau wird be- und verhindert, weil die türkische Regierung den Zugang nach Kobanê über ihre Grenze nicht für Hilfslieferungen und die Rückkehr der Geflüchteten öffnet. Tausende, die wieder zurück und mit anpacken wollen, müssen deshalb weiter in Flüchtlingslagern auf türkischen und irakischem Gebiet unter oft katastrophalen Bedingungen ausharren. Verletzte und kranke Menschen in Kobanê können nicht ausreichend medizinisch versorgt werden. Das ist ein Verstoß gegen das internationale humanitäre Völkerrecht. Wir fordern von der türkischen Regierung: „Öffnen Sie die Grenze nach Kobanê dauerhaft!“

Das Schweigen der Merkel-Gabriel Regierung

Völlig inakzeptabel ist für uns aber auch die Passivität der deutschen Bundesregierung, dass sie sich dazu ausschweigt und keinerlei Druck auf ihrem Bündnispartner der Türkei, wo sie sich sonst doch gerne weltweit als Hüter der Menschenrechte ausgibt.

Wiederaufbau von Kobanê – positive Antwort auf weltweite Flüchtlingsbewegung

Der Kampf für die Beseitigung der Fluchtursachen wird von den Menschen in Rojava und freiwilligen, uneigennützigen Helfern geführt, nämlich die zu 80 Prozent zerstörte Stadt wieder aufzubauen. Von Juni bis September werden Aufbauhelferinnen und Aufbauhelfer den Bau eines Gesundheitszentrums unterstützen. Auch einer unserer Mülheimer Montagsdemonstranten wird diesen Aufbau unterstützen!

Seit 23. Mai 2015 gibt es auf der Plattform Open Petition eine Onlinepetition für einen humanitären Korridor nach Rojava – vorrangig für den Wiederaufbau von Kobanê!

Darin heißt es: „Nach dem internationalen humanitären Völkerrecht fordern wir von allen Verantwortlichen, einen humanitären Korridor nach Rojava/Syrien – insbesondere zum Wiederaufbau von Kobanê – zu gewährleisten. Wir fordern die türkische Regierung eindringlich auf: öffnen Sie die Grenze nach Kobanê dauerhaft! Schützen sie Hilfslieferungen sowie die Ein- und Ausreise von Aufbauhelferinnen und Aufbauhelfern über einen humanitären Korridor! Nicht nur für den Wiederaufbau von Kobanê, auch in alle umkämpften und gefährdeten Gebiete Rojavas muss die humanitäre Hilfe ungehindert fließen können“.

Erstunterzeichner der Petition sind: Jean Ziegler, Vizepräsident des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsausschusses (Genf/Schweiz); Ulla Jelpke, MdB (DIE LINKE); Berthold Fresenius, Rechtsanwalt (Frankfurt/Main); Stefan Engel, Hauptkoordinator der ICOR – Internationale Koordinierung Revolutionärer Parteien und Organisationen (Gelsenkirchen); Professor Dr. Heinz Bierbaum, MdL (DIE LINKE, Saarbrücken); Christoph Klug, Diplom-Psychologe (Recklinghausen); Dr. Rainer Werning (Köln), Publizist & Lehrbeauftragter Universität Osnabrück; Fritz Hofmann, Betriebsrat Opel und Stadtratsmitglied (Eisenach); Rolf Becker, Schauspieler, ver.di-Ortsvereinsvorstand Hamburg, Fachbereich Medien; Dr. med. Günter Bittel, niedergelassener Arzt (Duisburg); Nick Brauns, Historiker und Journalist (Berlin).

Unterschreibt und verbreitet die Petition weiter!

https://www.openpetition.de/petition/online/oeffnet-die-grenze-kobane-muss-leben

Wir werden bei der kommenden Montagsdemo Unterschriften auf ausgedruckten Listen sammeln und vom internationalen Solidaritätsfest berichten, zu dem die Montagsdemo herzlich einlädt!